Montag, 10. April 2017

Al-Tabqa

Kürzlich las ich eine Nachrichtenmeldung, nach der syrische und amerikanische Streitkräfte die Luftwaffenbasis von Al-Tabqa in der Nähe von ar-Raqqa vom Islamischen Staat zurück erobert hätten. Sie sei dabei (oder davor) erheblich beschädigt worden.



Staudamm des Assad-Sees in Syrien
Foto: Mohammed7799, CC-BY-SA 4.0
Vor einigen Jahren, als sich der syrische Bürgerkrieg moch nicht mal abzeichnete, zumindest nicht für mich. war ich dort einmal gewesen. Vor allem ging es damals um den Staudamm von Al-Tabqa , der den Assad-Stausee entstehen lässt.



Inzwischen soll die Talsperre schwer beschädigt sein. Die  Grabstätte von Sulaiman Schah, die beim Anlegen des Sees umgesetzt worden ist und seit jeher eine türkische Exklave in Syrien war, wurde im Februar 2015 durch türkische Streitkräfte "evakuiert". Diese Sehenswürdigkeit konnten wir seinerzeit noch besichtigen. Inzwischen ist dort sicher vieles an technischen Errungenschaften vernichtet und viel Kulturgut verloren gegangen. Ganz abgesehen von den zahlreichen Menschenleben, die dieser Konflikt schon gekostet hat und noch kosten wird halte ich das für einen gravierenden Verlust für die gesamte Menschheit.

Freitag, 7. April 2017

Dritter Weltkrieg - wie lang dauert es noch?

Abschuss einer Tomahawk von der USS New Jersey
Foto: Department of Defense, gemeinfrei
Ein bisschen Angst kann man schon bekommen, wenn man sich überlegt, dass derzeit in Syrien so ziemlich jede Nation und jedes Bündnis irgendwie militärisch aktiv ist und die unterschiedlichsten Interessanslagen vorherrschen. Aktuell stehen nach dem Angriff der USA auf die Luftwaffenbasis Shayrat die Zeichen zwischen den USA und Russland auf Konfrontation.

Bedenkt man zudem den Fakt, dass auch an der NATO-Ostflanke gerade keine entspannte Situation vorherrscht, die Ukraine, Georgien sowieso und nicht zuletzt auch die Türkei nicht als absolut berechenbar einzuschätzen sind, dann kann man schon zu dem Schluss kommen, das mittelfristig alles, bis hin zu einer größeren bewaffneten Außeinandersetzung nicht auszuschließen ist.

Was bedeutet das für uns in Deutschland, für jeden einzelnen persönlich:
  • Sofern eine private Notfallplanung noch nicht erfolgt ist, sollte das schnell nachgeholt werden. Dazu gehört:
    • Wie sichere ich im Notfall mein Vermögen und meine wichtigsten Dokumente?
    • Wie kann ich überleben, wenn die Versorgung einmal nicht mehr gewährleistet ist?
    • Brauche ich einen Fluchtplan, um bei einer Bedrohung entkommen zu können?
  • Aufmerksam bleiben: Aggitation, Propaganda und ggf. auch False Flag-Aktionen durhc mögliche Gegner könnten zunehmen!
  • Risiko-Management im Business:
    • Welche Handelsbeziehungen könnten bei einem Konflikt gestört werden?
    • Ist die elektronische Kommunikation sicher, sind meine Daten sicher verwahrt?
    • Wie lange kann ich mein Geschäft betreiben, wenn die Versorgung einmal nicht mehr gewährleistet ist?
    • Habe ich Pläne, um nach einer Störung wieder den Betrieb aufnehmen zu können?



Corelli alias Richter alias Delling

Aus persönlichen Motiven, die ich hier jedoch nicht öffentlich machen werde, beschäftige ich mich seit einigen Jahren mit dem Themenkomplex des so genannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). Ich bin ganz grundsätzlich der Meinung, dass hier viele Dinge nicht zusammen passen und dass das, was einzelne Behördenvertreter oder ganze Behörden in diesem Kontext nicht bekannt machen, weit über das hinaus geht, was beim einfachen Vertuschen von Fehlern notwendig wäre.

Eine von vielen mysteriösen Figuren in diesem Spiel ist Thomas Richter, der Öffentlichkeit als V-Mann Corelli bekannt. Er war von 1997 bis 2007 als Spitzel des Verfassungsschutzes in der rechten Szene und auch in der Nähe von Uwe Mundlos unterweges. Nach der Aufdeckung des NSU wurde Richter 2012 durch den CDU-Politiker Holger Stahlknecht, damals Innenminister von Sachsen-Anhalt, meines Erachtens mutwillig kompromittiert. Fortan lebte Richter im Zeugenschutzprogramm unter der Identität Thomas Delling in der Nähe von Bielefeld.

Richter war Anfang bis Mitte der 2000er Jahren offenbar an der Produktion von CDs bzw. DVDs beteiligt, die schon zu einem frühen Zeitpunkt den Sicherheitsbehörden vorlagen und bereits Hinweise auf den NSU enthielten. Zu diesen CD's sollte er im Jahr 2014 vernommen werden. Dazu kam es jedoch nicht, da Richter (als Delling) im März des Jahres nach offiziellen Angaben an einer nicht erkannten Diabetes-Erkrankung verstarb.

Im Nachgang tauchen bis heute immer wieder Erkenntnisse auf, die den Umfang der Einbindung Richters in das NSU-Umfeld und die (möglichen) Erkenntnisse, die die Sicherheitsbehörden aus seiner V-Mann-Tätigkeit erlangten oder hätten erlangen können, wenn sie sich richtig damit befasst hätten. Zudem scheint es Zweifel an den Todesumständen von Richter zu geben und zumindest besteht eine theoretische Möglichkeit, dass der Tod durch Beibringen von Gift hervor gerufen worden sein könnte.

Mir erscheint das, wie so vieles in der ganzen Sache, sehr suspekt:
  • Warum sollte man Richter an Aussagen zu CD's hindern, die sich nach wie vor als Asservate im Besitz der Behörden befanden. Was hätte er so wichtiges aussagen können, was über den Inhalt und die möglichen Urheber der CD, die die Behörden ja selbst ansehen bzw. mutmaßen konnten, hinaus geht?
  • Wenn die "alten Freunde" Richter beseitigen hätten wollen, wäre es dann nicht sinnvoller gewesen, das so zu machen, dass es auch alle möglichen "Nachahmer" mitbekommen und als Warnung verstehen können?




Donnerstag, 6. April 2017

Der Rocket-Man

Bei manchen unserer Aufträge bewegen wir uns in ehemals vom Krieg betroffenen Regionen. Manchmal ist dort auch immer noch eine "unsichere" Situation, wie etwa im Irak oder in Afghanistan. Bei Bauprojekten stellen sich dabei nicht selten auch Fragen nach der Kampfmittelfreiheit des Baugrundes. Es muss also geklärt werden, ob sich dort noch Waffen, Munition oder Minen befinden, bevor die Bauarbeiten beginnen können. Dies beurteilen meist die staatlichen Stellen des Landes, in dem das Projekt durchgeführt werden soll. Es ist aber gute Praxis, selbst mit eigenen Experten diese Beurteilung zu begleiten. Ggf. ist die Kampfmittelräumung dann auch Projektbestandteil, dann nutzen wir eher unsere eigenen Partner als regionale Unternehmen oder das Militär.

Einer der absoluten Experten für Kampfmittel aller Art war Paul. Paul hatte eine Ausbildung bei den Streitkräften der DDR erhalten, und da Deutschland ja aufgrund des 2. Weltkrieges auch mit allerhand Blindgängern und Minenfeldern belastet war, erwarb er sich über einige Berufsjahre im Dienst der DDR eine riesige Erfahrung mit allen Arten von Munition, Sprengmitteln usw. Zudem wurde er im Rahmen der "Entwicklungshilfe" in den 1980er Jahren im von der Sowjetunion besetzten Afghanistan eingesetzt und lernte dort auch die Modernen Kampfmittel aus russischer Produktion kennen.

Paul kannte sich also gefühlt mit allen denkbaren Munitionsarten, Minen und Bomben aus die irgendwer jemals erschaffen hatte. Ich hatte mehrmals mit Paul zu tun, sowohl im ehemaligen Jugoslawien als auch in Afghanistan. Dort erwarb er sich durch eine besonders denkwürdige Aktion nicht nur unseren Respekt sondern auch die Annerkennung eines EOD-Teams der US-Marines, die sicherlich auch nicht wenig in ihrer Laufbahn gesehen hatten. Und das kam so:

In der Nähe von Kandahr sollte ein Firmengelände für einen unserer Kunden als Stützpunkt und Bauhof für zukünftige Projekte in der Region hergerichtet werden. Nachdem viele, viele Formalitäten mit den örtlichen zuständigen (und nicht zuständigen) Behörden abgewickelt worden waren konnte das Gelände angekauft und mit den ersten Arbeiten begonnen werden. Eine der ersten Maßnahmen war, wie üblich, ein so genannter "IED-Sweep", also die Absuche des Geländes nach unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen, landläufig Sprengfallen. Es bestand eine gewisse Wahrscheinlichkeit auch wirklich etwas zu finden, denn um das Gelände herum hatte es offenbar Kampfhandlungen gegeben.

Neben einer Kiste mit unscharfen Handgranaten aus jugoslawischer Produktion, die allerdings überlagert und nicht transportsicher waren, fanden wir in einem Keller einige Abwasserrohre, wie man sie in Deutschland im Baumarkt kaufen kann. Sie waren auf eine ungewöhnliche Länge abgeschnitten und vor und hinten mit Deckeln versehen, was für den normalen Gebrauch keinen Sinn macht. Dennoch brauchte es Paul und seinen legendären Spürsinn, um die Gefahr dabei zu erkennen. Die obersten Rohre waren offenbar leer, weiter unten in dem Haufen befand sich aber etwas in den Rohren.

Marines und Contractors im Shur Andam Industrial Park Kandahar
U.S. Department of Defense Current Photos
Da ohnehin alleine aufgrund der notwendigen Sprengung der Handgranaten die ANA (die Afghanische Nationalarmee) hinzu gezogen werden musste, sahen wir zunächst von weiteren Untersuchungen ab und gingen weiter der Suche im Gelände nach. Nach eine gefühlten Ewigkeit traf ein Trupp der ANA ein, der aber nur mitteilen könnte, dass man noch auf eine amerikanische Mentoren-Einheit zu warten hätte. Die dann am nächsten Tag eintraf...

Glücklicherweise handelte es sich bei der Mentoring-Einheit um einen EOD-Trupp, also um eine für Entschärfungen speziell ausgestattete und ausgerüstete Truppe. Paul führte den Truppführer zu dem verdächtigen Platz, und nach einer kurzen Diskussion stand fest, dass dort tatsächlich eine Gefahr zu bestehen schien. Seitens der Amerikaner musste weiteres Personal und Material nachgeführt werden, einschließlich eines Sanitätstrupps. Erst dann wagten sich die Experten weiter vor.

Katjuscha-Raketen
Von Tomasz Szulc
Scan from Nowa Technika Wojskowa 10/93
Gemeinfrei
Nach einigen Stunden schwieriger Arbeit an dem Haufen Rohre hatten die Marines neben den Handgranaten insgesamt 10 sowjetische 9M22-Raketen abgelegt, die für den Raketenwerfer BM-21 "Grad" produziert wurden. Diese Raketen kennt man aus den Medien als "Katjuscha", und sie wurde häufig von improvisierten Startrampen aus gegen Israel oder, in Afghanistan, gegen die Feldlager der ISAF, eingesetzt. Normalerweise würden die "Besitzer" solche wertvollen Waffen nicht irgendwo zurück lassen. Wie die Dinger also in den Keller des Fabrikgebäudes gekommen waren, kann nur spekuliert werden. Eventuell wurden sie von irgendwem irgendwo gestohlen und dort versteckt. Hin und wieder kann dann der Dieb seine Beute nicht mehr bergen und auch niemandem erzählen wo er sie versteckt hat, weil er selbst vorher zu Tode kommt.

Jedenfalls war ein solcher Zufallsfund wohl etwas so Besonderes, dass Paul von da an von den Marines, die wir später noch mehrmals treffen sollten, der Rocket-Man genannt. Bei einem informellen Treffen mit der Einheit, bei dem es sogar ein BBQ gab, wollten die jungen Marines nur die Geschichten des alten Deutschen "Rocket-Man" hören, der sie gerne zum besten gab. Er war schon in Afghanistan gewesen, als manche der Soldaten, mit denen er sprach, noch nicht geboren waren.

Dienstag, 4. April 2017

Vučko und sein Erbe

Vučko auf einer Infotafel vor dem Hauptbahnhof von Sarajevo
Bild: Herbert Ortner - eigene Aufnahme, Bild-frei
Eine meiner ersten bewussten Erinnerungen ist der heulende Wolf Vučko im Fernsehen. Er war das Maskottchen der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo. Damals war ich noch ein kleiner Junge, aber vielleicht habe ich mir das deshalb so gut gemerkt, weil mein Großvater begeistert die Sportveranstaltungen schaute und ich mit ihm kucken durfte. Viel verstanden haben dürfte ich da nicht, aber den Wolf der immer wieder "Sarajeeeeevoooo" heulte, den habe ich mir gemerkt.

Anfang des Jahres 2005, auf dem Rückweg aus dem Kosovo, kam es zu einem kurzen Aufenthalt bei Kollegen, die in Bosnien arbeiteten. Ich befand mich einen Tag und eine Nacht lang in Sarajevo und konnte mit dort ein bisschen umsehen. Tatsächlich begegnete mir an einer Wand am Hauptbahnhof der Wolf Vučko zum ersten mal seit gefühlt 25 Jahren wieder, aber sofort hatte ich wieder sein Heulen im Kopf.

Durch Schüsse beschädigtes Olympiasymbol
Bild: Hedwig Klawuttke, CC BY-SA 3.0



Das brachte mich auf die Idee, mir die olympischen Sportstätten bzw. das, was davon nach dem Bosnien-Krieg übrig geblieben war, anzuschauen. Ich besichtigte also die Sprungschanzen am Berg Igman, von dem aus die Bosnische Hauptstadt während des Krieges böse beschossen worden war (aus der Ferne, da dort immer noch Minenfelder liegen), die erst kurz zuvor wieder aufgebaute Olympiahalle und das direkt daneben liegende Olympiastadion. Beide waren im Krieg u.a. als Begräbnisstätten benutzt und schwer zerstört worden. Direkt hinter dem Vorplatz der Olympiahalle befindet sich heuet noch ein großer Friedhof.

Verfallene Bobbahn in Sarajevo
Bild: Julian Nitzsche, CC-BY-SA 3.0
Am bedrückendsten fand ich die Reste der olympischen Bobbahn am Berg Trebevic. In den Wäldern rings herum lagen Mienen, da auch dieser Berg schwer umkämpft war. Die Bobbahn war seither nie mehr benutzt worden. Bei meinem letzten Trip nach Bosnien im Jahr 2013 hörte ich aber, dass dort eine Mienenräumung vorgenommen worden war. Vielleicht können dann auch dort einmal wieder Sportveranstaltungen stattfinden.

Mittwoch, 29. März 2017

Die Coins und ich

Bei "coins" denkt man in unserem Geschäft meist an etwas ganz anderes als an dass, womit ich es vor ein paar Jahren zu tun bekam. Der Projekttitel lautete in etwa "Aufbau einer Bitcoin-Mine". Ich dachte dabei zunächst an ein Bergwerk oder etwas ähnliches, halt das, was man sich gemeinhin unter einer Mine vorstellte. Normalerweise gibt es für Mining-Projekte Spezialisten, so war ich schon verwundert, als mein Boss mich zu einem entsprechenden Meeting einlud.


Beim sichten der ersten Unterlagen wurde klar, dass es wohl nicht um ein Bergwerk, sondern um eine Art Rechenzentrum ging. Also vielleicht ein Rechenzentrum für ein Bergwerk? Ich wurde schnell belehrt: Bitcoins sind eine Art elektronischer Währung. Sie entstehen dadurch, dass jemand dem Bitcoin-Kollektiv (also faktisch dem Netzwerk aller Nutzer dieser Währung) einen Nachweis erbringt, dass er eine bestimmte Menge an Rechenleistung seiner Computer aufgebracht hat. Dafür bekommt er die Bitcoins sozusagen als Belohnung. Da man natürlich mehr Bitcoins errechnen kann, wenn man mehr Computer hat, entstanden in den vergangenen Jahren immer größere und Professioneller Bitcoin-Rechenzentren, die eben Minen genannt werden.


So könnte es in einer Bitcoin-Mine aussehen
Da diese Bitcoin-Minen für die Betreiber, die Miner, eine große Investition darstellen und die errechneten Bitcoins schnell viele Millionen Dollar wert sein können müssen die Miner ihre Minen schützen. Neben den allgemeinen Regeln des Risikomanagements für Rechenzentren generell kommt hier noch der Aspekt dazu, dass die Minen nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind und deshalb dort gebaut werden, wo man günstigen Strom bekommen kann, denn das ganze Rechnen braucht viel Energie.


Solche Orte gibt es weltweit einige, aber manche davon sind nicht gerade so sicher, als dass man dort für Millionen von Dollar EDV-Komponenten aufstellen will. Also macht man das dort, wo generell wenig los ist. So ein Ort ist z.B. Island. Also reisten wir nach Island und kämpften dort mit dem Wetter und mit einigen Fragestellungen, die sich eben daraus ergeben, dass dort wenig los ist. So werden im Notfall die Hilfsdienste wie Feuerwehr und Polizei sicher eine Zeit länger brauchen als in Frankfurt am Main. Auch müssen gewisse Vorkehrungen für Ausfälle beachtet werden, denn nicht nur die bösen Buben brauchen länger bis da hin, sondern auch der Paketdienst mit den wichtigen Ersatzteilen.


Das Projekt war am Ende sehr interessant, auch wenn es zunächst weit Abseits von meinem Vorstellungs-Horizont lag. Seitdem beschäftige ich mich auch etwas näher mit der Kryptowährung Bitcoin. Eher zum Spaß, als um damit ernsthaft zu investieren und Geld zu verdienen, der Gedanke, eine von den Zentralbanken unabhängige, weitgehend anonyme Währung zu nutzen fasziniert mich dennoch.


Um einzusteigen braucht es zunächst eine elektronische Geldbörse, Wallet genannt. Die kann man als Software auf seinem PC oder Smartphone nutzen oder man bedient sich eines Dienstleisters, wie etwa Coinbase. Dort kann man auch seine ersten Bitcoins erwerben, indem man traditionelles Geld (so genannte Fiat-Währung) eintauscht.


Um Bitcoins zu verdienen, kann man auch selbst zum Miner werden. Man braucht dafür nicht unbedingt ein so großes Rechenzentrum wie dass, welches ich hier beschrieben habe. Allerdings kostet die Hardware für zuhause schon ein paar Euro und natürlich braucht die auch daheim Strom. Man muss also schon ernsthaft rechnen, ob sich das lohnt. Meist eher nicht. Eine andere Möglichkeit wäre dann das Cloud-Mining, dabei erwirbt man Anteile an der Rechenleistung der großen Bitcoin-Minen. Das kann sich eventuell schon eher lohnen, weil man sich den gesamten Overhead mit vielen anderen Anlegern teil. Ein Anbieter für das Cloud-Mining ist z.B. Genesis Mining.


Natürlich gibt es unzählige weitere Arten, um Bitcoins zu verdienen, viele davon sind nicht unbedingt seriös und die allermeisten sind, in Releation zum Verdienst, unglaublich aufwändig. freebitco.in ist am ehesten mit einer Art Casino zu vergleichen, bei Seiten wie BitForClicks bekommt man dafür, dass man bestimmte Anzeigen anklickt, eine minimale Belohnung im Wert von Bruchteilen eines Cent.



Dienstag, 28. März 2017

Auto fahren in Afghanistan

Übliches Fortbewegungsmittel auf der Ring-Road, 2007
Bild: Koldo Hormaza  - Flickr, CC BY-SA 2.0
Auto fahren im Ausland ist ja immer eine gewöhnungsbedürftige Sache. In arabischen Ländern oder in Griechenland und den ehemaligen Sowjetstaaten kommt noch dazu, dass man die Straßenschilder eventuell nicht lesen und Ortsnamen dann nur optisch erkennen kann, wenn man sie schon ein paar mal gesehen hat.

Im Jahr 2007 durfte ich meine erste Autofahrt in Afghanistan machen. Im Grunde genommen nicht sehr weit und auch ein einem recht sicheren Gebiet, aber dennoch mit unseren "Beschützern" und ein bisschen nach den Regeln des taktischen Fahrens, also eben nicht einfach nur geradeaus und dabei die Landschaft betrachtet.

Womit ich nun überhaupt nicht gerechnet hatte waren, neben dem Fahrstil der Einheimischen und vor allem der Ausländer, die "sonstigen" Verkehrsteilnehmer, vom Eselsfuhrwek bis zum Handkarren, vereinzelt rumstehenden Kamelen bis zu einer Herde Ziegen. Letztere war dann der Oberhammer: Taktisches Fahren, nicht irgendwo anhalten oder gar die Route wechseln, dafür interessieren sich die gefühlten zweihundert Tiere rein gar nicht. Plötzlich steht die ganze Kolonne aus drei Fahrzeugen mitten drin, und nix geht mehr vor und zurück.

Nach einiger Zeit konnten wir uns dann wieder in Bewegung setzen, und nur ein paar hundert Meter weiter, als wir die "Hauptstraße" (eigentlich nur eine Art befestigter, breiter Weg aus verdichtetem Lehm) verließen um zur Baustelle abzubiegen, kamen wir sprichwörtlich in "nächste Level". Mensch und Material wurden auf dem unbefestigten Pfad, der gerade breit genug war damit ein Pick Up darauf passte, bis ans äußerste beansprucht. In den Schlaglöchern hätte man sicher teilweise ein Feuer machen und eine der genannten Ziegen von vorhin darin grillen können.

Meine Augen wurden dann aber erst richtig groß, als wir die Baustelle erreichten. Dort standen neben einigen der üblichen Toyota Hilux-Pick Ups auch einige größere LKW, ein ziemlich großer Bagger und ein Kran. Ich weiß bis heute nicht, wie die da hin und wieder zurück gekommen sind. Aber die Fahrer waren sehr entspannt und spielten im Schatten Karten, während die LKW beladen wurden. ich dagegen war komplett durchgeschwitzt und fertig mit den Nerven. zum Glück gewöhnte ich mich rasch daran und hatte später eher wieder Probleme, mich im deutschen Stadtverkehr zurecht zu finden.